13.02.2012; Wien: Als größter öffentlicher Donauhafen Österreichs und einer der wichtigsten Donauhäfen in Europa muss der Hafen Wien auch im Winter nicht nur für die Güter, die per Schiene und Lkw hier umgeschlagen werden, sondern auch für die Schifffahrt offen sein. Das garantiert die „MS Eisvogel“, der Eisbrecher des Hafens Wien.
Ab minus 15 Grad kann das Hafenbecken innerhalb weniger Stunden zufrieren, hier kommt dann der Eisbrecher „MS Eisvogel“ zum Einsatz, um die Hafenbecken frei zu halten. Während die Personenschifffahrt sicher im Hafen ruht, müssen auch im Winter im Hafen Wien rund 400 Frachtschiffe abgefertigt werden können. Genau deshalb ist die „Eisvogel“ im Winter immer startklar, um das Eis im Hafenbecken aufzubrechen, den Schiffen die Ein- und Ausfahrt zu ermöglichen, vor allem aber um den Kähnen den gigantischen Druck des Eises zu nehmen. In diesem Geschäft ist die „Eisvogel“ bereits ein „alter Hase“, der sich seit 1955 erfolgreich bewährt. 80 Tonnen bringt der 32 Meter lange und sechseinhalb Meter breite Eisbrecher auf die Waage. Um sich mit noch größerer Wucht auf die Eisplatten zu hieven, kann das Schiff zusätzlich etwa 30 Tonnen an Wasserballast aufnehmen. Bis zu 12 mm dicker Stahl schützt den Rumpf vor den scharfen, harten Eisschollen. Die 520 PS starken Dieselmotoren schieben den Koloss im Schritttempo Meter um Meter voran. Bis zu zwei Stunden werden bei einer 15 Zentimeter dicken Eisschicht benötigt, um eine Fahrrinne in den drei Wiener Häfen (Hafen Albern, Hafen Freudenau und Ölhafen Lobau) zu brechen. Fünf Mann Besatzung arbeiten auf der „Eisvogel“: ein Kapitän, ein Maschinist, zwei Steuermänner und ein Matrose. Der Eisbrecher des Hafens Wien hat aber nicht nur im Winter alle Hände voll zu tun. Auch in der warmen Jahreszeit ist der Koloss nicht auf Sommerfrische. Er macht auf den Donauwellen das ganze Jahr über gute Figur. Etwa bei den Besichtigungsfahrten durch die Hafenbecken. Oder er hilft havarierten Schiffen aus ihrer misslichen Lage. Denn die „Eisvogel“ ist auch als Bergeschiff im Einsatz.














